Pressemitteilungen
Freie Wähler Ochtrup
Pressemitteilung vom 01.04.2011
500 Tage Freie Wähler im Rat
Haben Sie es bemerkt? Am vergangenen Sonntag, den 20. März 2011, waren 500 Tage seit
der konstituierenden Sitzung des Rates, in dem erstmals die Freien Wähler mit 6 Sitzen
vertreten sind, vergangen. Zeit für die Freien Wähler, Bilanz zu ziehen und weitere Ausblicke
zu tätigen.
Hat sich etwas geändert? Was haben die Freien Wähler bewegt? „Nicht so viel“, würde
sicherlich ein Großteil der Bürger bei einer spontanen Befragung antworten, „was hat sich
denn geändert?“ Und siehe da, die Welt dreht sich tatsächlich immer noch genauso weiter
und Ochtrup ist nicht von heute auf morgen zur Weltstadt geworden, sicherer geworden, hat
plötzlich eine belebtere Innenstadt oder gar sprudelnde Haushaltskassen. Was hat sich dann
geändert? Bei näherer Betrachtung hat sich doch eine Menge sowohl im politischen als auch
im gesellschaftlichen Umfeld getan. Früher wurden Entscheidungen in Ausschüssen schon
nach kurzer Diskussion getätigt, Gespräche und Kompromisse waren nicht notwendig. Die
absolute Mehrheit der größten Fraktion hat vielleicht andere Meinungen anhören, aber nicht
tolerieren müssen. So ist es heute notwendig, dass man miteinander diskutiert, sich mit
mehreren mögliche Lösungen beschäftigt und man sich des Ausgangs einer Entscheidung
angesichts der Sitzverteilung im Rat nicht immer sicher sein kann. Dabei sind die Freien
Wähler sehr oft das berühmte Zünglein an der Waage, und können so auch mit einem Anteil
von 16,4% Entscheidungen in Sinne von Ochtrup und seiner Bürger beeinflussen. Deshalb
sind wir bewusst KEINE Koalition eingegangen.
Die Politik ist bunter und sie ist lebhafter geworden. Lebhaft ist leider nicht wirklich immer
positiv. Manchmal wundert man sich schon über den harschen Stil, von dem einige
Diskussionen geprägt sind. Die Frage der Sinnhaftigkeit stellt sich dabei durchaus. Wir
befinden uns derzeit nicht im Wahlkampf und die Politiker dieser Stadt sind vom Bürger
beauftragt, sachbezogene Politik für Ochtrup zu machen. Doch die Freien Wähler lassen
sich davon nicht stören und werden den Wählerauftrag ernst nehmen, denn das haben wir
verstanden: Der Wähler hat sich definitiv kein „Weiter so“ gewünscht! Wir werden an unseren
Vorsätzen wie Transparenz und Bürgernähe, an einer immer offenen Gesprächsbereitschaft
in alle politischen Richtungen, an einer guten Zusammenarbeit mit der Verwaltung, aber
auch an unkonventionellen Methoden festhalten und uns daran messen lassen!
Hiermit und mit oben beschriebenen Entscheidungsspielraum konnten wir schon das ein
oder andere bewegen. Ein Blick in das Wahlprogramm zeigt, dass schon einige Ziele erreicht
wurden, bei anderen ist man auf einem guten Weg. So ist mit Hilfe der Freien Wähler die
Wirtschaftsförderung gestärkt worden, in dem in der Verwaltung eine flexible Stabstelle
hierfür geschaffen wurde. Die Freien Wähler gaben hier den Ausschlag, diese Stelle zu
genehmigen. Ein ganz wichtiger Punkt ist auch die Initiierung des Prozesses zum
integrativen Handlungskonzeptes, welches Ochtrup ganz entscheidend beeinflusst und die
Entwicklung in den nächsten Jahren über einen langen Zeitraum prägen wird. Es bewegt
sich endlich etwas, und das vor den Augen und mit Beteiligung der Bürger. Vor kurzem
wurden solche Bewegungen und Prozesse noch kaum spürbar für den normalen Bürger
innerhalb von Sitzungssaal und Rathaus durchgeführt. Dieser andere Stil ist sicher auch
durch den Erneuerungsprozess in der Stadtverwaltung erst möglich.
Das sinkende Vertrauen in und die steigende Skepsis gegenüber dieses Prozesses
bedauern wir sehr und möchten dringend betonen, die nicht-öffentliche Ratssitzung nicht
miss zu verstehen als „Rückfall in alte Zeiten“. Es war eine erste Meinungsbildung der
Politiker, die sich ihrerseits auch aus den Gesprächen der Bürgerwerkstatt herausgehalten
haben. Nun werden die Informations- und Diskussionsstränge zusammengeführt und erst
nach der Diskussion mit allen Beteiligten wird überhaupt eine Entscheidung im Sinne
Ochtrups, im Sinne aller Bürger, getroffen. Der nächste Termin, den der Bürger sich notieren
sollte, ist der Bau- und Planungsausschuss am 12. April, in dem die Pläne zum ersten Mal in
der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Danach ist noch Zeit, die Pläne mit Politikern zu
diskutieren und sich zu äußern. Am 2. Mai ist bekanntermaßen ein öffentlicher
Diskussionsabend. Und auch die Entscheidungen, die am 12. Mai im Rat getroffen werden,
bedeuten noch nicht die Umsetzung von heute auf morgen. Es gilt dann erst, die
Maßnahmen auch wirklich umzusetzen und bei Entscheidungen, die bei vielen Bürgern auf
Skepsis stoßen würden, wird sicher noch die ein oder andere Diskussion geführt. Nichts ist
hier in Stein gemeißelt. Wichtig ist uns auch, dass dem EOC nicht alles untergeordnet wird.
Es ist ein mutige und großartige Maßnahme, für die wir dem Investor großen Respekt zollen.
Nun gilt es aber auch, Ochtrups Innenstadt ebenso wieder zum Leben zu erwecken, wie es
mit dem Beltmannbau in einer beeindruckenden Weise geschieht.
Dann sind da noch die weiteren, teils kaum bemerkten Entscheidungen, die die Freien
Wähler entscheidend mit beeinflusst haben. So konnten wir verhindern, dass für eine aus
unserer Sicht nicht notwendige, überdimensionierte Stadtwacht viel Geld ausgegeben wird,
der Kindergarten in Langenhorst hat neue Parkplätze, die Friedhofsatzung wurde flexibler.
Ein ganz besonderes Anliegen ist für uns die Förderung der Jugend, für die nun auf einen
Antrag unsererseits Gelder im Haushalt bereitgestellt werden, die vorher nicht eingeplant
waren. Der Errichtung eines Kunstrasenplatzes stehen wir offen gegenüber. Allerdings
konnten wir verhindern, diesen im vollen Umfang durch Mittel mit Steuergeldern zu
errichten. Wir sind für eine gemeinschaftlich getragene Lösung der Vereine. Wenn diese
Konsens erreicht haben, können sich die Vereine einer Unterstützung sicher sein. Zudem
haben wir darauf hingewirkt, dass die Verwaltung einen Investitionsplan für öffentliche
Gebäude erstellt. Der Rat (und somit die Bürger) entscheidet jetzt mit, in welcher
Reihenfolge investiert wird. Und dann haben wir noch das unliebsame Rathausthema auf die
Agenda gebracht. Es muss endlich unabhängig festgestellt werden, welche Lösung
langfristig für die Bürger das Richtige ist, Altbausanierung oder Neubau? Zudem wird nun in
dem zuständigen Ausschuss über den Verkauf von öffentlichen Flächen diskutiert. Wir
möchten Vergabeverfahren transparenter machen, damit sich jeweils viele potentielle
Interessenten um Grundstücke und Objekte bewerben können. Der Rat soll im Vorfeld der
Verkaufsverhandlungen beteiligt werden, bereits unterschriftsreife Verträge dienen nicht der
Transparenz.
Nun gilt es noch, ein zentrales Thema des Wahlprogramms weiter voranzutreiben. Die FWO
hat das Thema Schulmediothek nicht aus den Augen verloren. Auch wenn derzeit über einen
Mensabau nicht diskutiert wird, bedeutet das nicht, dass an der Lortzingstraße nicht eine
moderne Technologie Einzug halten kann, von dem schließlich einmal das ganze
Schulzentrum profitieren kann. Die Freien Wähler haben sich hier fachlich vorbereitet und
zahlreiche Kontakte geknüpft. Diesem Thema wird in den nächsten Jahren eine erhöhte
Aufmerksamkeit zukommen, natürlich immer im Dialog mit allen Beteiligten, insbesondere
mit den Schulen.
Weiterhin werden wir für das nächste Jahr einen Tag der Vereine initiieren, an dem sich
Sport- und Schützenvereine, Jugendverbände und andere Institutionen vorstellen können.
Die Bilanz und der Ausblick zeigen doch, dass eine sachbezogene Politik mit wechselnden
Mehrheiten positiven Einfluss auf Ochtrup haben kann. Es weht doch ein anderer politischer
Wind, Bürgernähe und Transparenz werden langsam aber stetig mehr und das ist gut so. Es
ist richtig, anders denkende Personen in den Entscheidungsgremien haben.
Wir haben uns den wichtigsten Vorsatz genommen, immer nah am Bürger zu sein,
Kontaktperson zu sein und uns für den Bürger einzusetzen und nicht für uns. Aus diesem
Grund werden wir als regelmäßige Anlaufstelle demnächst alle vier Wochen auf dem
Wochenmarkt und an verkaufsoffenen Sonntagen mit einem Informationsstand vertreten
sein, um die Fragen der Bürger und Anliegen aufzunehmen, aber auch um politische
Entscheidungen zu vertreten und zu erklären. Wir freuen uns schon jetzt auf viele
Gespräche, die dann von Ochtrupern mit Ochtrupern geführt werden!
Die FWO – Fraktion Ochtrup